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UX Methoden richtig einsetzen

08. Oktober 2018

Blog, Usability, Design
Illustration zu UX Methoden richtig einsetzen

 

Webseiten werden für den Nutzer gemacht. Daher dreht sich bei der Ausrichtung des User Experience Designs (UX Designs) alles um die Anforderungen und Wünsche des Nutzers. Erst wenn der User mühelos ans gewünschte Ziel gelangt und dabei vielleicht sogar Spaß empfindet, hat der UX Designer alles richtig gemacht.

Die Erfahrung der Experten spielt beim Aufbau der Webseite eine große Rolle. Wer aber „belastbare“ Gewissheit haben will, alles perfekt zu machen, wird auf verschiedene Formen des UX-Testings nicht verzichten. So kann Nutzerfeedback mithilfe wissenschaftlich fundierter Methoden kontinuierlich erhoben werden und sofort in die Entwicklung einfließen.

Hierbei werden ganz unterschiedliche Methoden eingesetzt – vom schnellen „mal Draufschauen und Feedback geben“ über das technisch aufwendigere Eye Tracking bis zur Fokusgruppe oder Online-Umfrage. In jedem Fall ist garantiert, dass ein nutzerfreundliches Produkt entsteht und nicht am „Nutzer vorbei” entwickelt wird.

Für einen ersten Überblick stellen wir eine Auswahl häufig genutzter UX Methoden vor.

Prototyping

Der Bau von Prototypen dient der Veranschaulichung und schafft gleichzeitig eine einheitliche Diskussionsgrundlage; Missverständnissen wird vorgebeugt. Vorteil dieses agilen Vorgehens: Potenzielle Nutzer geben in einem frühen Stadium der Entwicklung Feedback, oft auch zu unterschiedlichen Varianten. Anhand der Anmerkungen werden die bestehenden Konzepte in einem sehr frühen Stadium korrigiert bzw. angepasst. Prototypen können einen unterschiedlichen Detailgrad haben und bereits interaktiv genutzt werden.

Card-Sorting

Mithilfe eines Card-Sorting kann beispielsweise eine Navigationsstruktur aus Nutzerperspektive erstellt und evaluiert werden. Potenzielle Nutzer der Webseite können ihre Gedanken und Herangehensweise einbringen und diskutieren.

Personas

Es ist immer leichter, ein Produkt zu entwickeln, wenn bekannt ist, wer es künftig nutzen wird. Daher lohnt es, sich vorab ein genaues Bild der Zielgruppe zu erarbeiten. Motivationen und Bedürfnisse einer vielschichtigen Zielgruppe lassen sich am besten verstehen, indem verschiedene Personas erstellt werden. Jede Persona vertritt einen Nutzertyp der Zielgruppe. Sie erhält einen Namen, ein Alter, einen Beruf sowie Fähigkeiten, Bedürfnisse und Ziele. So wird das bisher diffuse Bild potenzieller Nutzer greifbar gemacht.

Fokusgruppe

Die Gruppendiskussion, geleitet durch einen erfahrenen Moderator, kann in unterschiedlichen Projektphasen eingesetzt werden. Sie ist eine relevante Methode, um die Meinung und Anforderungen der Zielgruppe zu einem Produkt konzentriert einzuholen. Der Moderator führt die Teilnehmer der Fokusgruppe anhand eines abgestimmten Leitfadens durch die Diskussion und sorgt dafür, dass alle Teilnehmer gehört werden. Mithilfe einer Fokusgruppe kann beispielsweise schnell erkannt werden, ob auf einer Webseite bestimmte Funktionen oder Inhalte fehlen.

Expertenevaluation

Usability-Experten überprüfen eine Webseite anhand etablierter Usability-Standards und Richtlinien. So kann der geschulte Blick bereits die größten Schwachstellen und damit Verbesserungspotenziale aufdecken. Meist wird dazu eine Kombination aus Heuristischer Evaluation und Cognitive Walkthrough angewendet. Wobei die Heuristische Evaluation eine Methode nach Jacob Nielsen ist, bei der mehrere Experten die Gebrauchstauglichkeit eines Produkts anhand anerkannter Usability-Prinzipien untersuchen und beurteilen. Beim Cognitive Walkthrough wird das Problem durchdacht. Die Experten versetzen sich in den hypothetischen Nutzer und analysieren speziell vorgegebene Handlungsabläufe. Dabei gehen sie davon aus, dass der Nutzer den Weg des geringsten Aufwandes gehen wird. – Im Anschluss werden alle Ergebnisse diskutiert und im Team bewertet.

Qualitativer Usability-Test mit Eye Tracking

Bei einem qualitativen Usability-Test prüfen Probanden in einer natürlichen Testumgebung das Produkt. Dazu erhalten sie eine nutzertypische Aufgabe, die sie auf der Webseite durchführen sollen. Bei einem Reiseportal kann das beispielsweise das Buchen einer Reise sein. Während des Tests steht ein Usability-Experte im ständigen Dialog mit dem Probanden. Meist werden die Methoden lautes Denken, begleitendes Interview, Fragebogenbeantwortung und Eye-Tracking eingesetzt. Der Eye-Tracker zeichnet den Blickverlauf des Probanden auf. So lässt sich gut erkennen, welche Elemente der Proband aufmerksam betrachtet und welche er übersieht.

In einem Kundenworkshop werden die Ergebnisse anschließend präsentiert, diskutiert und Optimierungsvorschläge vorgestellt.

Online-Umfrage

Mit einer Online-Umfrage können innerhalb kurzer Zeit vielfältige Informationen über die Zielgruppe eingesammelt werden. Da die Beantwortung des Fragebogens direkt online, also auch schnell auf dem Smartphone oder Tablett, erfolgen kann, wird meist eine große Teilnehmerzahl erreicht. Es können daher statistisch verlässliche Ergebnisse generiert werden. Im Unterschied zur Onsite-Befragung – hier werden die tatsächlichen Besucher der Webseite befragt – richtet sich die Online-Befragung auch an potenzielle Nutzer, also die gesamte Zielgruppe.

Fazit

Die Auswahl zeigt, dass es eine Vielzahl verlässlicher Usability-Methode gibt, die es ermöglichen, den tatsächlichen Nutzer frühzeitig in die Entwicklung eines neuen Produkts oder eines Relaunchs einzubeziehen. Viele Irrwege lassen sich abwenden oder verkürzen, wenn die potenzielle Zielgruppe klar definiert wurde und das komplette Produkt auf ihre Vertreter zugeschnitten ist.

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